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Duchamp-Forschungszentrum

Stipendium

Um die Forschung am Duchamp-Forschungszentrum in Schwerin zu fördern und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen, verleihen die Freunde des Staatlichen Museums Schwerin e.V. das Duchamp-Forschungsstipendium.

Insbesondere junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen angeregt werden, sich aus ihrer jeweiligen Fachdisziplin heraus mit Marcel Duchamp, seinem Leben, Werk und gesellschaftlich-künstlerischen Kontext wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Das Stipendium wird jährlich ausgeschrieben und bietet die Möglichkeit ein selbst gewähltes Forschungsvorhaben zum Themenkomplex „Marcel Duchamp“ zu realisieren.

Unsere Stipendiatinnen und Stipendiat


Jill O'Connor (Stipendiatin 2017)

Das fünfte Duchamp-Forschungsstipendium erhält die US-Amerikanerin Jill O’Connor. Sie forscht unter dem Titel Closing the Infra-thin Gap Between Marcel Duchamp’s The Bride Stripped Bare by Her Bachelors, Even and Étant donnés und beschäftigt sich mit den beiden wohl bedeutendsten wie kryptischsten Werken Marcel Duchamps. Ihre Hypothese lautet, dass seine späte Installation Étant donnés: 1° la chute d'eau / 2° le gaz d'éclairage, an der er in den Jahren von 1946 bis 1966 im Verborgenen gearbeitet hat, als Fortsetzung seines unvollendet belassenen Glasbildes La Mariée Mise à Nu par ses Célibataires, même, genannt das ‚Große Glas‘ (1915–1923), zu sehen ist.


Francesco Miroglio
(Stipendiat 2015)

Francesco Miroglio ist Promotionsstudent in den Fächern Kunstgeschichte und Kulturelles Erbe an der Universität Genua. In seiner Master-Arbeit untersuchte er ausgiebig Marcel Duchamps Erzeugnisse im Bereich des Grafik Designs, wie Zeitschriften, Titelseiten von Ausstellungskatalogen, Poster und Bucheinbände.
Das Ziel von Francescos Miroglios Forschungsprojekt ist es, den Einfluss von Raymond Roussels Theaterstück Impressions d´Afrique auf die komplexe Ikonografie des großen Glases aufzudecken und zu diskutieren

Sarah Archino (Stipendiatin 2014)

Das dritte Duchamp-Forschungsstipendium wurde an die amerikanische Kunsthistorikerin Dr. Sarah Archino vergeben. Im Rahmen des Stipendiums erforscht Dr. Archino Duchamps publizistische Tätigkeit und seine Arbeit mit der Presse. Der Fokus ihrer Forschung liegt dabei vor allem auf Duchamps Rolle als Subjekt des medialen Interesses und seine Manipulation der Öffentlichkeit mittels der Medien.

Katharina Neuburger (Stipendiatin 2013)

Katharina Neuburger studierte bis 2008 an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe Kunstwissenschaft und Medientheorie, sowie am Bard College New York Curatorial Studies. Im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit hat sie in Boston gelehrt.
Seit 2009 promoviert sie in Köln bei Prof. Ursula Frohne über die Ausstellungspraxis in den USA: Die Moderne Erfahrung. Studie zu Ausstellungen Amerikanischer Malerei 1876–1931. In ihrer Dissertation widmet sie sich mithilfe des Stipendiums einem bisher noch wenig erforschten Thema und untersucht Marcel Duchamps Einfluss auf die amerikanische Ausstellungspraxis in der Zeit von 1913-1918. Die Ergebnisse sind in Lecture Notes No. 1: Katharina Neuburger: Marcel Duchamp, New York und das Readymade veröffentlicht.

Sarah Kolb (Stipendiatin 2011)

Die Wiener Philosophin, Kunsthistorikerin und Kuratorin Sarah Kolb ist die erste Stipendiatin am Duchamp-Forschungszentrum. Ihre Dissertation zum Thema Das schöpferische Denken: Bergson, Duchamp und die Erfindung der Gegenwart entsteht an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Prof. Dr. Sabeth Buchmann. Außerdem unterrichtet Sarah Kolb am Institut für bildende Kunst und Kulturwissenschaften der Universität Linz. In ihrer Arbeit setzt sie die Philosophie Henri Bergsons und die Kunst Marcel Duchamps in einen Diskurs. Die Ergebnisse sind Lecture Notes No. 2: Sarah Kolb: Malerei im Dienste der Metaphysik. Marcel Duchamp und das Echo des Bergsonismus veröffentlicht.