Staatliches Museum Schwerin

Geschichte & Architektur

Christian Ludwig II. (1683- 1756) war mehr als nur ein Freund der Kunst. Er pflegte Kontakte zu Kunsthändlern und Künstlern seiner Zeit und erwarb eine der umfangreichsten Sammlungen holländischer und flämischer Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts ebenso wie Werke des französischen Hof- und Jagdmalers Jean-Baptiste Oudry. Damit legte er den Grundstock für die Kollektion in der heutigen Gemäldegalerie.

Seine Nachkommen erweiterten die Sammlungen stetig. Großherzog Friedrich Franz I. strukturierte die Fülle an Kunstschätzen und ernannte Hofmaler Friedrich Christoph Georg Lenthe (1774-1851) zum ersten Galeriedirektor. Dieser strebte die Errichtung einer öffentlich zugänglichen Galerie an, jedoch fehlten die finanziellen Mittel.

Mit den Geldern aus den Reparationszahlungen des gewonnenen Krieges 1870/71 gegen Frankreich standen Mittel zur Verfügung und am 22. Oktober 1882 wurde das Museum als technisch wegweisender Bau eröffnet und repräsentiert die modernste Architektur der damaligen Zeit. Baumeister Hermann Willebrand (1816-1899), wurde mit den Plänen für ein Ausstellungsgebäude beauftragt. Er widmete sich den spezifisch musealen und funktionalen Anforderungen eines solchen Baus und entwarf ein Galeriegebäude nach neuestem Erkenntnisstand: mit Einbruchs- und Brandsicherheit, Heizung, Lüftung und situations- und exponatgerechter Lichtführung.

Eine bauliche Erweiterung wurde durch die stetig wachsende Zahl an Kunstwerken bereits 1901 notwendig. Es entstand der theaterseitige Flügel.

Mit der Abdankung des Großherzogs Friedrich Franz IV. 1918 gelangte das großherzogliche Museum in die Hände des Staates und wurde Landesmuseum.

Der Museumsbau überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und konnte 1945 bereits wiedereröffnet werden. Kunstwerke, die an verschiedene als ungefährlich betrachtete Orte ausgelagert wurden, kehrten nach Schwerin zurück. Bis in die 1980er Jahre wurden ebenfalls wichtige Exponate des Museums für Ur- und Frühgeschichte und des Mecklenburgischen Volkskundemuseums Schwerin gezeigt, die ursprünglich zu den Beständen des inzwischen Staatlichen Museums zählten. Mit der Herauslösung dieser Schausammlungen präsentierte sich das Museum am Alten Garten nun ausschließlich als Kunstsammlung. In den folgenden Jahren wurde die Erweiterung der Sammlungen in den Bereichen Gemälde, Arbeiten auf Papier und Kunsthandwerk fortgesetzt.

Mit der Eröffnung des Neubaus des Museums 2016 bieten sich völlig neue Perspektiven für die Präsentation der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. 1.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten zudem mehr Platz für größere Wechselausstellungen. Ein Übergang aus Glas verbindet den Neubau mit dem Altbau. Der Entwurf des Neubaus stammt von dem Berliner Architekturbüros ARGE Scheidt Kasprusch · Reiner Becker Architekten BDA.