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Was ist HOT PRINTING?

Hendrik Nicolaas Werkman, Hot Printing, 1935-1936 © Klingspor-Museum Offenbach

Was ist HOT PRINTING?

Hot Printing ist der Titel einer der zentralen Serien Werkmans, aber: wieso Hot/Heiß?

Hot Printing/Heißes Drucken? Es sind doch Drucke auf Papier, das bei Hitze verbrennen würde. Also kann sich das Hot/Heiß inm Titel der Werkserie nicht auf physikalische Hitze beziehen. Die von Werkman gedruckten Blätter waren weder warm noch heiß. Es finden sich in seinem Oeuvre auch keine Darstellungen, die aufgrund ihrer Motivik landläufig als ‚heiß‘ bezeichnet werden könnten. Die menschliche Figur findet erst spät Eingang in seine Drucke und die zu findenden Darstellungen entbehren auch dann in jedem Fall einer vordergründigen Erotik.

Worauf bezieht sich also Hot Printing?

Die Antwort finden wir in der Musik. Der Titel Hot Printing ist angelehnt an Hot Jazz und soll die strukturelle Ähnlichkeit zu dieser Musikform andeuten. Wie auch im Jazz üblich bedient sich Werkman einer im Grunde begrenzten Anzahl von Basisformen und kreiert daraus Variationen.  Werkman denkt und arbeitet in Variationen, Serien und Reihen – das kennzeichnet sein gesamtes Werk. Seine Variationen basieren immer auf einem Grundmuster oder -schema. Jedes Exemplar seiner Drucke ist unterschiedlich, ist ein Unikat – trotz gleicher Ausgangsformen.

Dadurch schiebt Werkman in seinen Drucken einen der Kerngedanken der Drucktechnik – die Vervielfältigung eines unveränderlichen Motivs – beiseite und schafft mit der analogen Vervielfältigungstechnik, dem Druck, Einzelstücke. 

Neben dieser Analogie zum Jazz benutzte Willem Sandberg den Begriff ‚Hot‘ auch dazu, um die in ihrer farblichen Erscheinung eher malerisch anmutenden Drucke Werkmans zu beschreiben. Die Elemente in Werkmans Arbeiten weisen keine typischen harten oder scharfen Druckkanten auf. Auch die farbigen Flächen und Konturen in seinen Werken sind nicht monoton geschlossen, sondern besitzen eine gewisse Weichheit oder – metaphorisch übersetzt – Wärme, auch deshalb Hot Printing.

Woher der Serientitel Hot Printing kommt, haben wir nun herausgefunden, was aber bis heute ungeklärt bleibt, sind die genauen Beweggründe, aus denen heraus Werkman die Serie in überlieferter Form geschaffen hat. Er gestaltet einen Umschlag mit der Aufschrift Hot Printing und fasste in diesem mehrere Drucke und Texte zusammen. Aber diese Art der Publikation scheint Werkman in der Konsequenz nur dreimal ungesetzt zu haben, zumindest haben sich nur drei solcher Hefte erhalten, weshalb nur darüber gerätselt werden kann, ob die restlichen Drucke der Serie Hot Printing auch für eine solche gebundene Publikationsform gedacht waren. Es wäre aber auch möglich, dass er nach den ersten drei Heften, diese Form gestoppt hat und die restlichen Drucke der Serie als eine zusammenhängende Serie begriffen hat. In seinen späteren Briefen hat Werkman mit Blick auf die Serie Hot Printing immer von „seinen kleinen Drucken“ oder „einer Serie von 14 Drucken“ gesprochen. In anderen Briefen schreibt er dann jedoch wieder von „10 Blättern hot printing“, obwohl die gesamte Serie 17 Blätter umfasst.

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