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Staatliches Museum Schwerin

Blick auf Potsdam

Preußische Veduten für Herzog Friedrich Franz I.

 

Kabinettausstellung

13. April bis 1. Juli 2018

Ziel der Kabinettausstellungen im Obergeschoss des Museums sind kleine Präsentationen von Werken, die sonst wenig gezeigt werden. Dies gilt insbesondere für Werke auf Papier, die im Kupferstichkabinett bewahrt werden und aufgrund der Lichtempfindlichkeit zum großen Teil noch nie zu sehen waren, in diesem Fall eine Serie von zehn kolorierten Radierungen von Potsdam-Veduten. Aufgrund ihrer Dimensionen und der Deckfarbenmalerei sind die Drucke geeignet, sich mit Gemälden zu messen.

Der Architekt und Radierer Andreas Ludwig Krüger (1743 - 1822) übertrug Vedutengemälde von Johann Friedrich Meyer (1728 - um 1789) in großformatige Drucke. Zweifellos war der Verleger der Serie, der Berliner Kunsthändler Jean Morino, die treibende Kraft hinter dieser Unternehmung. Sowohl die Gemälde Meyers, von denen einige in Potsdam und Berlin erhalten sind, als auch die Radierungen Krügers stammen aus den 1770er Jahren.

Die Schweriner Serie ist besonders interessant dadurch, dass sie mit einem Widmungsblatt versehen wurde, dem kein Druck zugrunde liegt, sondern das reine Deckfarbenmalerei, also eine Zeichnung ist. Ebenso groß wie die Veduten ist es zweifellos von demselben, unbekannten Maler gestaltet worden. Es trägt die ausführliche Widmung von Jean Morino an den mecklenburgischen Herzog Friedrich Franz und ist groß datiert: Berlin 1790.

Es ist unbekannt, was den Kunsthändler dazu veranlasste, dem Herzog eine bereits länger vorrätige Serie von Graphiken zu widmen. Geschah es auf dessen Wunsch? Gab es die Hoffnung auf Aufträge? Für das Schweriner Kabinett ist es einer der seltenen Fälle, in denen die Provenienz eines solchen Konvolutes vollständig bekannt ist. Sie belegt bisher allerdings keine systematische Ankaufspolitik, sonst wären die Blätter 1790 schon seit etwa 15 Jahren vorhanden gewesen.