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Welche Drucktechniken gibt es?

Druckpresse in der Ausstellung © Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern

Welche Drucktechniken gibt es?

In erster Linie nutzte Werkman die Buchdrucktechnik, den Hochdruck, der um 1450 von Johannes Gutenberg erfunden wurde. Neben diesem Verfahren gibt es außerdem den Tief- und den Flachdruck. Worin unterscheiden sich nun die Druckverfahren? Eine kurze Erklärung:

Beim Hochdruck wird die druckende Form aus dem Druckstock herausgeschnitten, sodass die druckenden Teile erhaben sind – also hoch stehen. So kann der Drucker auf diese Bereiche Farbe auftragen und ein Blatt Papier darauf legen. In der Druckerpresse wird das Papier auf die erhabenen Stellen des Druckstocks gedrückt, wobei die Farbe auf das Papier übertragen wird. Das Motiv auf dem Papier erscheint nun spiegelverkehrt. Werkman wandelt diese Technik insoweit ab, als dass er die druckenden Objekte auf dem Papier arrangiert und nicht das Papier auf diese legt. Der Vorteil war, dass er so die Komposition sehr genau kontrollieren konnte.

Beim Tiefdruck wird die zu druckende Form in den Druckstock eingeschnitten und die Vertiefungen werden mit Farbe gefüllt. In dem Fall liegen somit die eingefärbten und später druckenden Teile tiefer als die restliche Oberfläche des Druckstocks, die vor dem Druck von allen Farbresten gesäubert wird. Wird nun in der Druckerpresse ein Blatt Papier auf den Druckstock gepresst, so nimmt das Papier die Farbe auf, die sich in den Vertiefungen befindet. Auf dem Papier wird die mit Farbe gefüllte eingeschnittene Form spiegelverkehrt sichtbar.

Bei der Technik des Flachdrucks spielt die Abstoßung von Wasser und Fett die entscheidende Rolle. Beim Flachdruck, auch Steindruck oder Lithographie, liegen druckende und nicht-druckende Bereiche auf ein und derselben Ebene. Beim Flachdruck zeichnet der Künstler mit fetthaltiger Tusche oder Kreide auf eine Schieferplatte. Ist die Zeichnung fertig, wird die Druckplatte mit Wasser befeuchtet. Da die fetthaltige Kreide das Wasser abstößt, bleiben diese Partien trocken und können danach mit Druckfarbe eingewalzt werden. Die Farbe haftet nur an den zuvor mit der fetthaltigen Kreide behandelten Partien des Druckstockes, so dass nur diese Teile in der Druckpresse Farbe an das gepresste Papier abgeben.

Bei all diesen Techniken sind in der Regel zahlreiche Abzüge möglich, wobei jeweils nahezu identische Drucke entstehen. Werkman löst sich von diesen klassischen Druckverfahren. Er beschränkt sich nicht auf eine Platte, in die das gesamte Bild eingearbeitet wird, sondern arrangiert eine Vielzahl kleiner und großer „Platten“ in immer wieder neuen Variationen. So ist jeder Druck ein Unikat.

 

Wer auf den Spuren Werkmans selbst aktiv werden möchte, kann in der Ausstellung HOT PRINTING freitags bis sonntags von 14-17 Uhr an einer historischen Kniehebelpresse eigene Drucke herstellen.