Staatliches Museum Schwerin

AKTUELLE HINWEISE:

Die Sammlung Christoph Müller ist derzeit auf Reisen und nicht in der Ständigen Sammlung der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin zu sehen. Sie wird vom 25. November 2015 bis 10. April 2016 im Nationalmuseum Stettin zu sehen sein. Anschließend wird sie einen festen Platz in der Dauerausstellung der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin erhalten.

Die Säle Kunst des 20./21. Jh. sind geöffnet – bis auf Weiteres geschlossen bleibt der Raum mit den Arbeiten von Winzer, Spoerri, Whiteread u.a.

Veranstaltungen und Führungen im Staatlichen Museum Schwerin

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN

Jeden Samstag um 12 Uhr und Sonntag um 11 Uhr
Führungsthemen

RENDEZVOUS

Wir laden ein zu Lesungen, Konzerten, Filmpremieren, Künstlergesprächen, exklusiven Führungen, Themenabenden … kurz: wir bitten zum Rendezvous
weitere Rendezvoustermine

Rendezvous am Donnerstag, 4. Februar 2016 um 18 Uhr
Revolution und Theater

Ein Gespräch mit Joachim John, Künstler, Dr. Hela Baudis, Kunsthistorikerin, Sewan Latchinian, Schauspieler, Regisseur und Intendant des Rostocker Volkstheaters, moderiert von Christina Katharina May

Das Revolutionspanorama des Grafikers Joachim John empfing die Besucher 1989 im Foyer des Mecklenburgischen Staatstheaters. Schauspieldirektor Christoph Schroth hatte die Spielzeit 1988/89 dem Thema 200 Jahre Revolution gewidmet anlässlich des Jubiläumsjahrs der Französischen Revolution.
Die 100 Quadratmeter große Leinwand war über die historistische Wandverkleidung gelegt und bot damit ein universales Bildprogramm, das dazu einlud, sich mit Revolutionen und Despotismus auseinanderzusetzen. Mit über achtzig Figuren aus Politik, Literatur, Mythologie und Alltag wurde das Theaterpublikum auf die Aufführungen eingestimmt.
Besonders Schroths Inszenierung des Wilhelm Tell wurde zu einem legendären Ereignis. Im Schweriner Theater, abseits der eigentlichen kulturellen Zentren, wurden energievoll brisante Themen auf die Bühne gebracht. Über diese Besonderheiten des Schweriner Theaters in den 1980er-Jahren und das Potential der Provinz wird Sewan Latchinian berichten.
Johns Panorama zeugt auch von einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Künstler und Theatermacher. Das Thema der Revolution verband auch Theater und Museum, denn Johns Zeichnungen zu den Proben der Spielzeit wurden im Sommer 1989 im Museum ausgestellt, kuratiert von Dr. Hela Baudis. Die Eröffnungsreden hatten es in sich und stellten direkte Bezüge zwischen den Bildmotiven und den aktuellen Tagespolitik her. Der Künstler und die Kuratorin loten diese Elemente des Politischen in der Kunst und ihrer musealen Ausstellung aus.
Die Fragen nach dem Politischen in der Kunst sind angesichts neuer gesellschaftlicher Konflikte nicht mehr die gleichen, doch noch immer aktuell. Die Aufgaben von Kunst und ihre Möglichkeiten, die  Region zu bewegen, werden Gesprächsteilnehmer und Publikum zur Diskussion gestellt.
Der Grafiker Joachim John (*1933) ist seit den 1970er Jahren eng mit Christoph Schroth befreundet und kombiniert in seiner Arbeit als Grafiker, aber auch als Autor Zeichnung, Literatur und Theater.
Der kritische Blick auf aktuelle Themen und politische Zusammenhänge wirkt dabei in seinen Arbeiten nach.
Dr. Hela Baudis, Kunsthistorikerin, leitete 1989 das Kupferstichkabinett am Staatlichen Museum Schwerin und kuratierte die Ausstellung Joachim Johns zu Revolution.
Sewan Latchinian (*1961 in Leipzig), seit 2014 Intendant des Rostocker Volkstheaters, kam 1985/1986 als Schauspieler ans Schweriner Theater und arbeitete als Dramatiker und Erster Regisseur mit Schroth zusammen.
Seine heutigen Theaterfeste erinnern an die langen Theaterabende Schroths in Schwerin als Theaters des Spektakels.
Eintritt: 3 €

Rendezvous am Donnerstag, 11. Februar 2016 um 18 Uhr
Die Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft“ (Berlinische Galerie 2012/2013)
Künstlerische Fotografie in der DDR von 1949 bis 1989

Vortrag von Uwe Warnke, Autor, Künstler und Verleger, Berlin

2012/2013 richtete die Berlinische Galerie mit der Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft -Künstlerische Fotografie in der DDR 1949–1989“ die international erste umfassende Vorstellung der Fotografie in der DDR mit ihren Traditionslinien, fotografischen Strömungen und Veränderungen in Bildsprache und Themen aus.
In drei Kapiteln wurden die Themenkomplexe Realität-Engagement-Kritik (mit Werken von u.a. Sibylle Bergemann, Christian Borchert, Ulrich Wüst und Gundula Schulze Eldowy), Montage-Experiment-Form (Edmund Kesting, Lutz Dammbeck, Micha Brendel, Manfred Paul, Klaus Hähner-Springmühl u.a.) und Medium-Subjekt-Reflexion (Helga Paris, Thomas Florschuetz, Maria Sewcz, Tina Bara, Jörg Knöfel u.a.) vorgestellt.
Damit spannte sich der Bogen von der wahrhaftigen Schilderung der realen gesellschaftlichen Verhältnisse über die Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen bis zu fotografischen Experimenten.
Uwe Warnke kuratierte gemeinsam mit Ulrich Domröse, T.O. Immisch und Gabriele Muschter diese Ausstellung.
In Schwerin stellt er Künstler und Werke der „Geschlossenen Gesellschaft“ vor und zeigt auch die Spiegelung der damaligen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den fotografischen Arbeiten. Damit ergänzt er die Reflektion künstlerischer Positionen der DDR in der Ausstellung „Außer Kontrolle!“
Uwe Warnke, geboren 1956 in Wittenberge und aufgewachsen in Schwerin, studierte Kartografie an der Technischen Universität Dresden. Seit 1982 lebt und arbeitet er in Berlin. Er ist Schriftsteller und Verleger, u.a. gibt er die Literaturzeitschrift Entwerter/Oder heraus. Zudem kuratiert er Ausstellungen im Bereich Buchkunst, Visuelle Poesie und zeitgenössischer Fotografie.
Eintritt: 3 €

Anmeldung und Information

Anmeldeformular zur Führung

Sylvia Struck
T 0385 5958 237
s.struck@museum-schwerin.de

Birgit Baumgart
T 0385 5958 121
b.baumgart@museum-schwerin.de