Staatliches Museum Schwerin

Der Traum vom Orient.
Möbel des Architekten Karl von Diebitsch in Schwerin

Im vergangenen Jahr konnte die Sammlung des Staatlichen Museums Schwerin um einen bedeutenden Schatz an historischen Möbeln bereichert werden. Mit Hilfe einer Förderung durch die Kulturstiftung der Länder ist es gelungen, ein Ensemble von 17 Möbelstücken des Berliner Architekten Karl von Diebitsch (1819-1869) zu erwerben.

Die Möbel – sämtlich Unikate – wurden in der Zeit zwischen 1850 und 1860 durch den Künstler entworfen. Von einem großen, intarisierten Schreibtisch, einem Schrank und ein Klavier über Kommoden, Tische und Tabourets bis hin zu Hockern – sie alle bestechen durch eine außergewöhnliche, arabisch anmutende Gestaltung. Begeistert von der Architektur in Nordafrika und Spanien, entwickelte sich Diebitsch zum führenden Spezialisten für den maurischen Stil und konnte diesen vor allem im Bereich der Innendekoration verwirklichen. Auf diese Weise war er auch in Schwerin tätig. Er wirkte beim großen Umbau des Schweriner Schlosses mit und entwarf das Maurische Bad.

In der Zukunft – so ist es langfristig geplant – sollen die Möbel in den Räumen dieses ehemaligen Bades im Schloss Schwerin ausgestellt werden. Das Maurische Bad gibt es heute nicht mehr, auch vom Mobiliar ist der Verbleib unbekannt. So ist es ein Glücksfall, dass die Möbel aus dem Wohnhaus Karl von Diebitschs in die Schweriner Sammlung aufgenommen werden konnten.

Abgerundet wird der Erwerb durch eine Reihe von Aquarellen, Skizzenbüchern, Zeichnungen und Drucken von seiner Hand. Für die Schweriner Sammlung bedeutet dieser Zuwachs nicht zuletzt die Möglichkeit, den einst für diesen Ort wichtigen Künstler wieder hier verorten zu können.