Staatliches Museum Schwerin

Terrine aus dem Tafelservice des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin
vermutlich für Großherzog Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin

Vergleichsweise wenig nur hat sich in den Sammlungen des Staatlichen Museums Schwerin von dem Kostbaren aus Gold und Silber erhalten, was mecklenburgische Herzöge und Großherzöge in Jahrhunderten auf Reisen erworben oder bei führenden Goldschmiedemeistern geordert haben. Daher kann der Erwerb einer Terrine des „Goldschmieds seiner Majestät des Königs“, Johann George Hossauer, in Berlin als ein Glücksfall betrachtet werden. Sie stammt aus einem umfangreichen Tafelservice, für das Großherzog Paul Friedrich als Auftraggeber angenommen wird.

Für das Ensemble im Stil des zweiten Rokoko ließ sich Hossauer von englischen und französischen Vorbildern inspirieren. Terrinen zählten von jeher zu den repräsentativsten Objekten auf der Tafel. Der voluminösen und auf Opulenz abzielenden Grundform der Terrine entgegnen prägnante, zügelnde Gestaltungselemente. Kontrastierend steht die blanke, von Hossauer zu dieser Zeit noch feuervergoldete Wandung neben den matten, kraftvoll modellierten plastischen Details, die wie eine Fassung wirken: Blütendeckelknauf, antik inspirierte Henkel und durchbrochen gearbeitete Sockelzone.

Der Erwerb der Terrine für das Staatliche Museum Schwerin konnte nur gelingen durch das gemeinsame Handeln der Kulturstiftung der Länder, der Rudolf-August Oetker Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege und des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern. Als pars pro toto vertritt sie dieses wahrhaft fürstliche Service Hossauers erstmals in Schwerin.