Staatliches Museum Schwerin

Die Majolika, eine Keramik mit porösem Scherben und einer deckenden weißen Zinnglasur, ist seit etwa dem 5. Jahrhundert in Persien bekannt. Ihr Weg führte über Nordafrika und Spanien zunächst nach Italien. Als Fayence, benannt nach Faenza, einem der prägenden Zentren, verbreitete sie sich im 16. Jahrhundert weiter nach Norden. Das Staatliche Museum verfügt über mehr als 600 Objekte, die einen Zeitraum vom 13. bis in das 20. Jahrhundert umschließen.

Neben etwa 60 metallisch schimmernden Halbmajoliken, Erwerbungen aus dem beginnenden 20. Jahrhundert durch den Direktor Ernst Steinmann, vertreten ca. 80 Majoliken eine Blütezeit vom 16.–18. Jahrhundert. Als prachtvolles Beispiel strahlend farbiger Dekore auf dem weißen Grund sei auf die Garnitur Francesco Durantinos aus der Urbineser Werkstatt des Guido da Merlino verwiesen. Diese meist Flächen füllenden und auf grafischen Vorlagen basierenden, so genannten Historiati-Dekore sorgten für den einzigartigen Ruf Urbinos im 16. und frühen 17. Jahrhundert. Die Delfter Fayenciers des 17. und 18. Jahrhunderts ließen sich von den begehrten ostasiatischen Porzellanen inspirieren, die die großen Handelskompanien importierten. Später beeinflusste ihre zu Erfolg gelangte Ware wiederum die fernöstlichen Porzellanmaler. Eine Reihe von namhaften Werkstätten wie „De metale pot“, „De lampetkan“ oder „De griekse A“ ist mit einer Vielzahl von Fayencen, insbesondere Schalen und Vasen, doch auch einigen plastischen Arbeiten in der Schweriner Sammlung vertreten. Unter den vielen deutschen Fayence-Werkstätten sind neben einigen herausragenden Objekten mit Famille verte-Dekor aus Ansbach vor allem Erzeugnisse aus den Manufakturen in Schwerin und Groß Stieten zu nennen, die zu den Rarissima der Keramik zählen.
Während einige italienische Beispiele die Wiederaufnahme von Formen und Dekoren aus der Renaissance im Zuge des Historismus belegen, führen Arbeiten von Keramikern in der DDR die Wertschätzung des Materials bis die heutige Zeit vor Augen.

Kontakt

Dr. Karin Annette Möller
T 0385 5958 200

k.moeller@museum-schwerin.de