Staatliches Museum Schwerin

Pretiosen und Tafelgerät aus den Edelmetallen Gold und Silber gehörten über Jahrhunderte zu den unabkömmlichen und gefragtesten Requisiten höfischer Selbstdarstellung und Legitimation. Wegen ihres Materialwertes eigneten sie sich als wertstabile Offerte zu festlichen Anlässen, etwa zur Taufe oder Heirat. Auch die Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Güstrow und Mecklenburg-Strelitz bestellten in den führenden Goldschmiedezentren wie Nürnberg, Augsburg, Paris, Berlin und Hamburg Edelmetallarbeiten höchster Modernität und Qualität. Beispielhaft sei der bedeutende Prunkhumpen mit Hinterglasmalerei Hans Jakob Sprünglis und einer Fassung des Nürnberger Meisters Christoph Jamnitzer aus dem frühen 17. Jahrhundert erwähnt, einer von weltweit nur vier vergleichbaren Objekten.

Um den einstigen Glanz wieder erlebbar werden zu lassen, wurde nach 1990 ein Ankaufsschwerpunkt im historischen Bereich auf Objekte aus Gold und Silber gelegt, die enge Bezüge mit Mecklenburg aufweisen. So konnten exponierte Einzelobjekte und Ensembles erworben werden: einige Teile aus einem in Hamburg gefertigten Tafelservice für Herzog Friedrich und seine Gemahlin Luise Friederike aus den 1780er Jahren, ein Berliner Toilettenspiegel zur Hochzeit der preußischen Prinzessin und späteren Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, Alexandrine, Prunkstücke aus einem einst umfangreichen Tafelservice, das vermutlich Großherzog Paul Friedrich um 1840 beim Hofgoldschmied Johann George Hossauer in Berlin bestellt hatte, ein in Paris hergestelltes Vermeilservice zur Hochzeit des letzten Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin 1904, zwei prächtige Terrinen, die in Schwerin zum gleichen Anlass gefertigt wurden, oder auch zwei Augsburger Saucieren aus einem großen Tafelservice für den Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz von 1819. Mit der Einrichtung einer Silberkammer im Schweriner Schloss werden seit 2014 mehr als einhundert Objekte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus diesem Fundus öffentlich präsentiert.

Kontakt

Dr. Karin Annette Möller
T 0385 5958 200

k.moeller@museum-schwerin.de