Staatliches Museum Schwerin

Etwa 80 Fächer ermöglichen einen Überblick über die Entwicklung vom frühen 18. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Dieses ursprünglich zur Kühlung und der Abwehr von lästigem Ungeziefer bestimmte Instrument wandelte sich zum spielerischen oder ernsten, lange Zeit unverzichtbaren Requisit der Damen von Stand. Mittels der Fächersprache eignete sich dieses vielfältig nutzbringende Accessoire im 18. und 19. Jahrhundert, um wortlos beredt geheime oder zumindest sehr private Botschaften zu überbringen.

Aus dem ehemaligen Besitz der ersten Gemahlin des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin Elisabeth rühren allein neunundzwanzig äußerst qualitätvolle Fächer. Faltfächer, Briséfächer, Cabrioletfächer, Überraschungsfächer, Pocketfächer, Federfächer und Kaminfächer aus Europa und Ostasien aus geschnitztem Elfenbein, ornamental durchbrochenem und bemaltem Horn und Holz, aus geklöppelter Spitze oder Tüll mit Spitzenarbeit, bemalten Seidenstoffen, kolorierten Lithographien, Gouache- und Aquarellmalerei auf Papier, Pergament und Schwanenhaut dokumentieren grenzenlose Phantasie und hochwertige Kunstfertigkeit der verschiedenen, an der Herstellung eines Fächers beteiligten Kunsthandwerker. Mitunter bezogen auf spezielle Anlässe sind die Fächer mit Allegorien, Landschaften, galanten und mythologischen Darstellungen, Goethes Novemberlied von 1783/84, sowie Trauer- und Blumendekoren oder chinesischen Genreszenen verziert.

Bestandskatalog Fächer aus drei Jahrhunderten

Kontakt

Dr. Karin Annette Möller
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