Staatliches Museum Schwerin

Die flämische Malerei ist in Schwerin ebenso wie die holländische vertreten.
Jan Brueghels Windmühlen und seine Hirschjagd im Walde, Paulus Brils Südliche Hafenlandschaft, sowie die stimmungsvollen Waldlandschaften von Abraham Govaerts und Alexander Keirincx belegen die frühe Landschaftsmalerei zu Beginn des 17. Jahrhunderts insbesondere die typisch flämische Waldlandschaft. Ein Bindeglied zur holländischen Flachlandschaft bildet das Liebespaar (1629) von David Vinckboons, der von Antwerpen nach Holland zog. Das Stillleben ist präsent unter anderem mit einem Blumenstilleben (1627) des Roelandt Savery und einer großen Marktszene von Adriaen van Utrecht. Das frühe Bauernbild des Adriaen Brouwer moralisiert in derber Weise Völlerei, Trunksucht und Unzucht. Ein schönes Beispiel für die Spezialisierung der Künstler ist Die Geburt der roten Rose von der Hand des Figurenmalers Cornelis Schut d.Ä. und des Blumenmalers Frans Ykens. Antike Mythologie und biblische Historie werden in den Werken von Peter Paul Rubens und anderen Künstlern zum Thema.

Der in Mechelen geborene David Vinckboons ging unter anderem von den Bauerndarstellungen Pieter Bruegels d. Ä. aus. Sie hallt nach in der moralisierenden Darstellung Das Vogelnest, die sich auf ein niederländisches Sprichwort bezieht. Seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert in Amsterdam lebend, bildet er eines der vielen Bindeglieder zwischen flämischer und holländischer Malerei. In dem 1629 gemalten Liebespaar tritt die sinnbildliche Bedeutung des Angelns weitgehend zurück hinter der realistischen Landschaft und dem groß ins Bild gesetzten Paar, während die Rolle des traditionellen Lauschers, in der älteren Kunst ein Narr, hier von einem jungen Mann eingenommen wird.
Die weitere Entwicklung der flämischen Bauerndarstellung ist an einem Frühwerk des Adriaen Brouwer, der Bauerngesellschaft, und dem um 1650 von David Teniers d. J. geschilderten Interieur einer Dorfschenke ablesbar: von großen aufgereihten Figuren, die an Völlerei und Trunksucht gemahnen, zu locker im Raum verteilten Gruppen um ihrer selbst willen.

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