Staatliches Museum Schwerin – Kunstsammlungen, Schlösser und Gärten
Die mecklenburgischen Herzöge haben eine der hochrangigsten europäischen Sammlungen holländischer und flämischer Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts zusammengetragen.
Sie erwarben Kunstwerke von heute weltberühmten Meistern wie Rubens, Rembrandt, Jan Brueghel d. Ä. und Frans Hals.
Besondere Kostbarkeiten sind die Torwache von Carel Fabritius, die Dame am Cembalo von Frans van Mieris, die mit Bravour gemalten Knabenköpfe von Frans Hals und Stillleben so brillanter Maler wie Pieter Claesz, Jan Davidsz de Heem und Willem Kalf. Für die holländische Marinemalerei stehen Namen wie Simon de Vlieger und Ludolf Backhuysen.
Das 18. Jahrhundert ist u. a. präsent mit der großen Sammlung von Gemälden und Zeichnungen des französischen Tiermalers Jean-Baptiste Oudry und dem prächtigen ganzfigurigen Bildnis der Königin Charlotte nach dem Vorbild von Thomas Gainsborough. Eine Winterlandschaft des Romantikers Caspar David Friedrich sei stellvertretend für das 19. Jahrhundert benannt.
Gemälde namhafter Maler des frühen 20. Jahrhunderts wie Max Liebermann, Lovis Corinth, Franz von Stuck, Alexej von Jawlensky und Pablo Picasso, Beispiele mecklenburgischer Landschaftsmalerei, Skulpturen von Ernst Barlach und Malerei aus der DDR beschließen den Rundgang durch die obere Etage. Werke nach 1960 sowie zeitgenössische Kunst, u. a. von John Cage, Sigmar Polke, Rachel Whiteread, Daniel Spoerri und François Morellet laden zum geistigen Diskurs ein.
Die in ihrer Geschlossenheit einmalige Schweriner Sammlung Marcel Duchamp umfasst mit 90 Werken nahezu alle Phasen und Aspekte des neben Picasso maßgeblichen Anregers der Kunst des 20. Jahrhunderts. In Schwerin befinden sich unter anderem die Ready-mades Fresh Widow, 1920/64; L.H.O.O.Q., 1920/64 und Traveler’s Folding Item, 1917/64 sowie 13 Handzeichnungen.
Das Kupferstichkabinett weist umfangreiche Bestände, Handzeichnungen und druckgrafische Blätter vom 16. bis 20. Jahrhundert auf. Das Kabinett ist nach vorheriger Anmeldung in der Villa, Werderstraße 141, zugänglich.
Die kunsthandwerklichen Sammlungen umfassen annähernd zehntausend Objekte, darunter dreitausend Porzellane, vorrangig aus der Manufaktur Meissen, Keramiken von der Antike bis zur Gegenwart, Glas, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Möbel, Waffen vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert sowie Münzen und Medaillen.
