Staatliches Museum Schwerin

Das Flora Danica-Service.
Botanik auf der Tafel

28.09.2010 bis 07.11.2010

Ein außerordentliches Tafelservice
Zwischen 1790 und 1802 schuf die Königliche Porzellanmanufaktur Kopenhagen das berühmte Flora Danica-Service. Auf königliche Bestellung entstanden mehr als 1800 Einzelteile eines Tafel- und Dessertservices, von denen 1530 Stücke die Zeiten überdauert haben. Eine Auswahl aus den Königlichen Dänischen Sammlungen in Schloss Rosenborg kann erstmals in Schwerin gezeigt werden.
Mit der Übernahme von einheimischen Pflanzen aus der nationalen Enzyklopädie, der Namen gebenden Flora Danica, wurde das Service aus der Königlichen Kopenhagener Porzellanmanufaktur zu den exklusivsten und ambitioniertesten Servicen überhaupt. Der Botaniker Georg Christian Oeder (1728 – 1791) hatte bald nach der Jahrhundertmitte das ehrgeizige Projekt begonnen, sämtliche Pflanzen des Königreichs Dänemark in einem botanischen Tafelwerk zu veröffentlichen. Getragen von sechs dänischen Königen erstreckte sich die Umsetzung des gigantischen Vorhabens von 1761 bis 1888. Die Ausführung auf dem Porzellan oblag überwiegend dem aus Nürnberg stammenden Johann Christoph Bayer (1738 – 1812).
Das nur zu besonderen feierlichen Anlässen verwendete Ensemble gehört zum Dänischen Kulturkanon. Bis heute wird das exzellente Service von Royal Copenhagen hergestellt. Bei ihrer Hochzeit im Jahre 2004 erhielt S.K.H. Kronprinz Frederik und I.K.H. Kronprinzessin Mary ein mit dem Monogramm des Kronprinzenpaares verziertes Flora Danica-Service als Geschenk vom dänischen Volk. I.K.H. Das Kronprinzenpaar wird die Ausstellung Das Flora Danica-Service. Botanik auf der Tafel am 27. September 2010 feierlich eröffnen.

Dänemark – Mecklenburg-Vorpommern
Dynastische Verbindungen zwischen Dänemark und Mecklenburg bestanden vielfach vom 11. bis ins 20. Jahrhundert. In der Zeit, in der das Flora Danica-Service entstand, lebte ebenfalls eine „mecklenburgische Botschafterin“ am Kopenhagener Hof: Sophie Friederike, Schwester des späteren (Groß)Herzogs Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin, hatte sich 1774 mit dem dänischen Erbprinzen Friedrich vermählt. Ein Vasenpaar aus der Königlichen Porzellanmanufaktur in Kopenhagen, das die Silhouetten der beiden Eheleute zeigt, oder auch das Familienbildnis von Jens Juel in den Schweriner Sammlungen sind beispielhafte künstlerische Belege dieser Verbindung.

Das Ausstellungsprojekt ist Bestandteil von re: connect, einer Initiative der Königlich Dänischen Botschaft zur Belebung der dänisch-deutschen Nachbarschaft, insbesondere zwischen Dänemark und den neuen Bundesländern.

Information

Kurator der Ausstellung

Dr. Karin Annette Möller
T 0385 5958 200
moeller@museum-schwerin.de

Ausstellungsflyer