Staatliches Museum Schwerin

Die immer größer werdende Sammlung erforderte letztendlich einen eigenen Museumsbau. Am 14. Mai 1862 wurde „[…] beschlossen ein Museum, und zwar an der Stelle, wo früher ein Palaisbau am Alten Garten beabsichtigt war, erbauen zu lassen.“ Mit den Geldern aus den Reparationszahlungen des gewonnenen Krieges 1870/71 gegen Frankreich standen Mittel zur Verfügung, um den Bau ausführen zu lassen. Architekt war Hermann Willebrand (1816-1899). Die Eröffnung des neuen und technisch bahnbrechenden Museums fand am 22. Oktober 1882 statt. Schon 1901 erfuhr das Haus mit dem theaterseitigen Flügel eine nennenswerte bauliche Erweiterung.

Blick auf das Eingangsportal © Staatliches Museum Schwerin


Architektur

In seiner Gliederung und den schmückenden Medaillons erinnert das Museum an Renaissancebauten, durch die vorgelagerten ionischen Säulen werden Assoziationen zu antiken Tempeln erweckt.
Erster Museumsdirektor wurde Dr. Friedrich Schlie (1839–1902), der 1882 mit seinem Katalog die erste wissenschaftliche Dokumentation der Schweriner Sammlung verfasste. Er entwarf auch den Giebelfries, der die Vermählung Amors mit Psyche darstellt. Auf Schlie folgte Dr. Ernst Steinmann (1866-1934), dann von 1911 bis 1939 Dr. Walter Josephi (1874–1945).
Der räumlichen Situation des neuen Baus nach zu urteilen, sollte es zu Beginn eher ein Privatmuseum bleiben, welches unter Großherzog Friedrich Franz II. (1823–1883) mehr wissenschaftlichen Zwecken als einem Ausstellungsbetrieb diente.

Blick auf den Ostflügel © Staatliches Museum Schwerin