M ü n z k a b i n e t t

 

 

Sammlungen des Münzkabinetts

 


Das Schweriner Münzkabinett vereinigt in sich die umfangreichste Sammlung mecklenburgischer Münzen und Medaillen. So wie die Münzkabinette in Berlin und München aus den fürstlichen Kunst- und Altertumssammlungen der brandenburgischen Hohenzollern und bayerischen Wittelsbacher hervorgegangen sind, ist die Schweriner Sammlung auf Initiative der Herzöge von Mecklenburg entstanden.
Der kunstsinnige Herzog Christian Ludwig II. (1683-1756, reg. ab 1747) verwahrte in seiner Galerie auf dem Schweriner Schloss neben einer reichhaltigen Sammlung von Gemälden und anderen kostbaren Gegenständen auch eine Kollektion von Münzen und Medaillen. In seinem Auftrag wurden Listen erstellt, die 146 antike, vorwiegend römische Münzen und 543 neuzeitliche, in der Hauptsache deutsche Münzen und Medaillen aus der Zeit vom 16. bis 18. Jahrhundert beschreiben. In der Folgezeit vermehrte sich der Bestand zusehends, was bald dazu führte, dass man sich vom Gedanken der Universalsammlung verabschiedete und die Spezialisierung auf Mecklenburgica vorantrieb.
Auch wenn im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges ein Verlust an wertvollen Stücken eingetreten ist, bilden die über 32.000 Münzen und Medaillen des Schweriner Münzkabinetts eine einmalige Fundgrube für jeden Numismatiker, der sich mit der mecklenburgischen Münz- und Geldgeschichte beschäftigt.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass zum Bestand des Münzkabinetts eine Sammlung mecklenburgischer Briefe und
Briefmarken
aus der Zeit von 1749 bis 1867 gehört, die einmalig sein dürfte.


  Münzen
  Medaillen
►  Briefmarken


Abb oben.
Medaille 1631 auf Albrecht von Wallenstein,
Herzog von Mecklenburg, Friedland und Sagan

 

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Publikation des Münzkabinetts

Die Medaille. Kunstwerk und Erinnerung

Anlässlich einer Ausstellung des Schweriner Münzkabinetts im Schloss Ludwigslust (25.11.2000 bis 18.3.2001) ist ein Katalog erschienen, mit dem der Versuch unternommen wird, der numismatischen Forschung neue Impulse zu verleihen. Medaillen sind beredte Zeugnisse einer Erinnerungskultur, die wichtiger Bestandteil menschlichen Daseins ist. Medaillen sind gleichzeitig aber auch künstlerische Hervorbringungen, die sich der Reliefplastik zuordnen lassen. Mit dem Katalog Die Medaille. Kunstwerk und Erinnerung soll beiden Aspekten Rechnung getragen werden.
Die Arbeit ist als ein kommentierter Katalog angelegt, in dem 66 Medaillen ausführlich beschrieben und gedeutet werden. Die Deutung betrifft sowohl den historischen Kontext als auch kunsthistorische Aspekte. Weiterhin werden die teilweise umfangreichen Legenden, wenn nötig, aufgelöst bzw. übersetzt. Ebenso wird von der bei Katalogen üblichen Form der maßstabgetreuen bildlichen Darstellung der numismatischen Zeugnisse abgewichen, indem die Medaillen vergrößert abgebildet werden. Dadurch kommt deren Bildsprache in ihrer Vielfalt und Differenziertheit klarer zum Ausdruck, was dem Betrachter ungleich größere Erkenntnisse ermöglichen kann. Bis auf wenige Ausnahmen spiegeln die Medaillen das Medaillenschaffen des 18. und 19. Jahrhunderts wider, die vertretenen Medailleure lassen die europäische Dimension erkennen.

Der Katalog wurde vom Leiter des Schweriner Münzkabinetts, Dr. Torsten Fried, erarbeitet. Der Preis beträgt 19,95 €, ISBN 3-86106-064-7, 168 Seiten mit 133 Abbildungen, gebunden.