Malerei und Plastik

 

 

M i t t e l a l t e r l i c h e  K u n s t

 


Die Mittelaltersammlung besticht nicht nur durch einzelne hervorragende Kunstwerke, sondern auch durch ihre regionale Geschlossenheit. Sie vereint Ausstattungsstücke aus Kirchen des einstigen Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin: Altäre, Skulpturen, Glasfenster, Mobiliar, Altargerät und liturgische Textilien.
Einmalig in Deutschland sind Umfang und Vielfalt der Kleinbildwerke des Zisterzienser-Nonnenklosters zum Heiligen Kreuz in Rostock, die bis zur Aufhebung des Damenstifts 1920 von den evangelischen Konventualinnen gehütet wurden, unter anderem die älteste erhaltene deutsche Hinterglasmalerei.
Für die deutsche Kunstgeschichte wichtige Stücke sind der 1411 entstandene Tempziner Altar, der ursprünglich für die Lübecker Jacobikirche geschaffene Neustädter Altar von 1435 und vier Hauptwerke der Rostocker Bildschnitzkunst um 1430: eine Gottvaterbüste und drei Jünger einer Ölberggruppe.
 

   


Reliquienbüste des Hl. Georg

 


Mittelalterliche Kleinbildwerke aus dem Zisterzienserinnenkloster zum Heiligen Kreuz in Rostock

Bis zum Abriss des Nonnenchores in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts befanden sich die Statuetten, Altärchen, Reliquiare und sonstigen Devotionalien an jener Stelle, die ihnen in nachreformatorischer Zeit die evangelischen Stiftsdamen zugewiesen hatten.
Neben herausragenden Stücken aus der Frühzeit des gegen 1270 gegründeten Nonnenklosters, die meist als Schenkung hierher gelangten, finden wir viele von den Jungfrauen im Kloster selbst gearbeitete Flügelaltärchen und Reliquienbehältnisse, desgleichen noch eine Flitterkrone und mehrere Heiligenmäntelchen. Zu den im Kloster bekleideten Statuetten gehört eines der in Brabant hergestellten segnenden Christkinder.

Meditationstafel aus dem Zisterzienserinnenkloster zum Heiligen Kreuz in Rostock, um 1330

Die wahrscheinlich entweder in Lüneburg oder im Zisterzienserkloster Doberan entstandene Tafel gilt als die frühest erhaltene deutsche Hinterglasmalerei und ist zugleich charakteristisches Beispiel der entkörperlichten schönlinigen Kunst der Hochgotik.
Auf die zentrale Darstellung, Christus am Kreuz zwischen Maria als Schmerzensmutter und Johannes, beziehen sich die übrigen Felder, aber auch die gliedernden Pressmusterleisten. Mit dieser Tafel werden sowohl das Leiden Christi und das Mitleiden Mariae angesprochen als auch lehrreiche typologische Bezüge hergestellt zum Alten Testament und zum Physiologus und die Evangelisten als Zeugen angerufen, deren Symbole die vier Lebensstadien Christi versinnbildlichen.

Zu sehen ist die Mittelaltersammlung im Untergeschoss des
Renaissanceschlosses Güstrow.

Tempziner Altar, Neustädter Altar
Rostocker Bildschnitzkunst
 

   


Segnendes Christkind,
Mechelen, um 1500