Bis zum Abriss des
Nonnenchores in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts befanden sich die Statuetten,
Altärchen, Reliquiare und sonstigen Devotionalien an jener Stelle, die ihnen in
nachreformatorischer Zeit die evangelischen Stiftsdamen zugewiesen hatten.
Neben herausragenden Stücken aus der Frühzeit des gegen 1270 gegründeten Nonnenklosters,
die meist als Schenkung hierher gelangten, finden wir viele von den Jungfrauen im Kloster
selbst gearbeitete Flügelaltärchen und Reliquienbehältnisse, desgleichen noch eine
Flitterkrone und mehrere Heiligenmäntelchen. Zu den im Kloster bekleideten Statuetten
gehört eines der in Brabant hergestellten segnenden Christkinder.
Meditationstafel aus dem
Zisterzienserinnenkloster zum Heiligen Kreuz in Rostock, um 1330
Die wahrscheinlich entweder in
Lüneburg oder im Zisterzienserkloster Doberan entstandene Tafel gilt als die frühest
erhaltene deutsche Hinterglasmalerei und ist zugleich charakteristisches Beispiel der
entkörperlichten schönlinigen Kunst der Hochgotik.
Auf die zentrale Darstellung, Christus am Kreuz zwischen Maria als Schmerzensmutter und
Johannes, beziehen sich die übrigen Felder, aber auch die gliedernden Pressmusterleisten.
Mit dieser Tafel werden sowohl das Leiden Christi und das Mitleiden Mariae angesprochen als
auch lehrreiche typologische Bezüge hergestellt zum Alten Testament und zum Physiologus und
die Evangelisten als Zeugen angerufen, deren Symbole die vier Lebensstadien Christi
versinnbildlichen.
Zu sehen ist die Mittelaltersammlung im Untergeschoss des