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Die niederländische Druckgraphik des 16. und 17. Jahrhunderts umfasst ein
Konvolut von 4000 Blatt bekannter, vielfach hochgeschätzter Stecher und
Meister der Radierkunst, ergänzt durch zahlreiche Beispiele berühmter
Zeichner und ist eine zentrale Dominante im Gesamtbestand des
Kupferstichkabinetts im Staatlichen Museum Schwerin.
Parallel zur Malerei dieses Zeitraumes weisen die graphischen Darstellungen
ein nahezu lückenloses Szenarium typischer Lebens- und Daseinsweisen auf,
sind technisch vollendet ausgeführt, bei freier individueller Gestaltung der
Bildräume.
Lucas van Leyden steht mit einem brillanten Kupferstich von 1523, einer
amüsanten Episode aus dem niederländischen Volksleben, am Beginn des
großartigen Spektrums graphischer Äußerungen.
Ihm folgen in derb heiterer Manier, die Bilder des Adriaen van Ostade, der
mit zweiundsiebzig Arbeiten vertreten ist.
Umfangreich zeigt sich auch der Besitz an Landschaftsszenen, favorisiert von
Künstlern wie Jan van Goyen, Anthonie Waterloo, oder Reinier Zeemann, der
genau und minutiös Marinestücke mit Kriegs- und Handelsschiffen schuf.
Virtuose Zeichnungen gibt es u. a. von Gerbrand van den Eeckhout, Jacques de
Gheyn, Jakob Matham oder Cornelisz Saftleven, deren Herkunft auf die
Kennerschaft der fürstlichen Sammler im 18. Jahrhundert verweisen. Höhepunkt
der niederländischen Graphiksammlung bleibt das in 168 Arbeiten nachweisbare
Radierwerk Rembrandts, das in vielen hervorragenden Druckzuständen
existiert.
Abb. oben: Hendrik Goltzius, Sturz des Ikarus
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Rembrandt
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