Staatliches Museum Schwerin

Sanierung und Restaurierung des Ostflügels

Seit September 2011 wird der Ostflügel von Schloss Ludwigslust unter der Trägerschaft des Betriebs für Bau- und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern saniert und restauriert.
Die seit Mitte der 80er Jahre genutzten Museumsräume wurden zuvor von Restauratoren gesichtet, die wertvollen Tapeten und Fußböden vor den Baumaßnahmen gesichert.
Nachdem Proben entnommen und ausführlichen Untersuchungen durchgeführt wurden, haben die Restauratoren schließlich ein Restaurierungs- und Sanierungskonzept erstellt, das bis Mitte 2015 umgesetzt wird. Bis dahin sollen die Räume der ersten und zweiten Etage im Ostflügel bei laufendem Museumsbetrieb im Westflügel und geöffnetem Schlosscafé saniert und restauriert sein.

Der Goldene Saal bleibt voraussichtlich bis zum Frühjahr 2015 aufgrund statischer Ertüchtigungen geschlossen. Durch ein “Fenster” können die Museumsbesucher Arbeiten am Parkettfußboden im Goldenen Saal miterleben.
Um den Goldenen Saal wieder für vielfältige Veranstaltungen nutzen zu können, wurde der Raum in den vergangenen Monaten teilweise statisch ertüchtigt. Somit sind zukünftig neue bautechnische Ansprüche und der historisch baulich vorgegebene Stand auf einem Nenner. Dafür wurden die über zweihundert Jahre alten Parkettplatten vorsichtig abgenommen und im Anschluss die sogenannte Blinddielung entfernt, um so an die Trägerbalken zu gelangen. Beim Einbau der zusätzlichen Eisenträger und weiteren bautechnische Untersuchen stellte sich heraus, dass noch weitere Balken des Tragwerks in der Mauerauflage saniert werden müssen. Restauratoren haben den zu großen Teilen noch originalen Parkettfußboden aufgenommen, die Kamine und Empireöfen abgebaut, um so Baufreiheit für die weitere Sanierung der restlichen Balkenköpfe zu erhalten.

Mittlerweile haben die Mitarbeiter der Zimmerei Ertl das Aufnehmen der Blinddielung über einem Teil des geschädigten Bereiches abgeschlossen und stemmen die Auflagen der Tragbalken im Mauerwerk frei.
Die Arbeiten verlangen hohes fachliches Können und Fingerspitzengefühl – so muss die Last der  Säulen abgefangen werden. Schließlich hängt an diesen Balken die Deckenkonstruktion des darunterliegenden Jagdsaales mit umfangreichen Stuckaturen.
Im Jagdsaal wurde eine Staubschutzwand errichtet, um den weiteren Cafébetrieb gewährleisten zu können.

Wenn die Sanierung des Tragwerks, die anschließende Restaurierung des Parkettfußbodens abgeschlossen sind und die restaurierten Öfen wieder stehen, können zur Spielsaison 2015 nicht nur die Ludwigsluster Schlosskonzerte sondern auch die Festspiele MV mit Ihrer „Ludwigsluster Klassik“ wieder im historischen Ambiente des Goldenen Saales stattfinden.

Nach dem kompletten Ausbau lässt sich im Schloss Ludwigslust die historische und kulturelle Vielschichtigkeit des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts nachempfinden. Voraussichtlich ab März 2016 werden herausragende Kunstwerke aller Gattungen an dem Ort präsentiert, mit dem sie durch die beiden Regenten Friedrich und Friedrich Franz I. und ihren Gemahlinnen Luise Friederike und Luise genuin verbunden sind.
Auf fast 3.000 Quadratmetern kann der Besucher Kunst höchsten Ranges erleben: die Menagerie-Serie Jean-Baptiste Oudrys, Uhren, Meissener Porzellane, Hamburger Silber- und Kunstkammerobjekte, Büsten Jean-Antoine Houdons, Architekturmodelle aus Kork, Elfenbeinarbeiten und eine komplett rekonstruierte Gemäldegalerie mit Werken der Hofmaler Matthieu, Findorff, Suhrlandt und Lisiewsky. Auch die Ludwigsluster Manufakturen sollen die ihnen gebührende Würdigung erfahren: die Möbel- und Bronzefabrik und allen voran die Fabrikation von Papiermaché.